Im Kloster

Vom 10.Januar nachmittags bis 13.Januar morgens war ich im Kloster.
Es gibt verschiedene Gründe ins Kloster zu gehen …
Man hat dort zB beruflich zu tun, man will dort hin und da leben, man möchte eines der zahlreichen Angebote dort wahrnehmen – Ikonen-schreiben oder Ökumenische Seminare o.a. – oder man möchte dort schweigen oder man möchte einfach nur Ruhe und sich selbst kräftigen.

Frei nach dem Motto

„Alles kann – nichts muss“

Und genau die Ruhe und die Kraft waren meine Beweggründe.

Ich brauche Ruhe für mich.

In den letzten knapp 3 Jahren ist sehr vieles auf mich eingestürzt – für mich eingestürzt. Ich habe in meinem Leben erst zweimal eine Kur gemacht, eine Mutter-Kind-Kur in Clausthal-Zellerfeld … bei der ich das dreijährige Kind war, und im Alter von 12 Jahren habe ich meine asthmakranke Zwillingsschwester bei einer Klimakur auf Langeoog begleitet. Und da eine Kur nicht so einfach von heute auf morgen zu beantragen ist bzw genehmigt wird, habe ich überlegt wie und wo ich mir meine Ruhe „auf die Schnelle“ holen kann. Und ich bin zu keinem Ergebnis gekommen … mir fiel einfach nichts ein. Ich war schon ziemlich verzweifelt und wurde im Grunde genommen immer unglücklicher. Irgendwann habe ich durch Zufall einen Blogbeitrag gelesen, in dem eine junge Frau über ihren Klosteraufenthalt berichtete. Am Abend erzählte ich meinem Mann davon der sofort sagte „Ja mach das “ und er sagte im weiteren zu mir, dass sein Onkel mir bei der Auswahl des Klosters sicher helfen könne. Gesagt – getan. Der Onkel empfahl mir zwei Klöster und ich entschied mich nach kurzer Zeit für eins in der Nähe von Berlin. Im September 2016 war das und ich machte Nägel mit Köpfen und rief dort gleich an. Anrufbeantworter. Schade … naja ich habe keine Scheu vor solchen Maschinen, also bat ich um Rückruf. Der kam auch ziemlich schnell nach einer Stunde. Einen freien Termin zu finden … das war die nächste Hürde. Ich musste noch 4 Monate warten … bis Januar.

Und da war ich nun.
Alles so ganz anders wie man sich das vorstellen könnte. Also ich wusste über ein Kloster nur das, was ich aus den Medien oder irgendwelchen historischen Schinken oder Mantel- und Degenfilmen kannte. Das typische halt … aber das muss ich hier ja nicht aufschreiben.

Das Kloster ist ein umgebauter Gutshof. Im alten Gutshaus befindet sich die Pforte. Es schließen sich die Räume der Schwestern an und rechts ist die alte Remise. Diese wurde zum Gotteshaus umgebaut. Sehr schön umgebaut. Links sind die Gästehäuser und die Tagesräume und die Klausur. Ein schönes altes einfaches Gelände .. und ich meine wirklich alt … es ist eine sehr schöne Stimmung dort. Auf neudeutschamerikanisch würde man sagen “ Die Vibes stimmen „. Ich kam an und parkte mein Auto und dann stand ich erstmal etwas verloren da. Nach ein paar Minuten ging ich in Richtung Pforte und sah mich um und noch ein paar Minuten später stand eine Schwester vor mir. Sie brachte mich in mein Zimmer und zeigte mir alles.

Ich will jetzt hier gar nicht alles minutiös beschreiben. Nur ein paar Eindrücke …

Ich habe mich sofort aufgehoben und geborgen gefühlt.
Ich bin in den paar Tagen zu jedem Mittagsgebet um 12.15 Uhr gegangen und zur Vesper um 17.30 Uhr. Ich habe um 8.15 Uhr gefrühstückt und um 11.40 Uhr zu Mittag gegessen und um ca. 18 Uhr Abendbrot gegessen. Die Laudes um & Uhr und die Eucharistiefeier um 7.30 Uhr habe ich jeden Tag verschlafen und die Komplet und die Vigilien habe ich auch ausgelassen.

Was mir sehr gut gefallen und vor allem gut getan hat, war der Rahmen … die Struktur … dass alles seine Zeit hat … die festen Gebetszeiten … die festen Essenszeiten.

Ich habe vorher noch nie Kontakt zu Schwestern in einem Benediktinerinnenkloster gehabt. Ich habe vorher noch nie einen Gottesdienst mit Benediktinerinnen erlebt.

Es war wundervoll. Der Gottesdienst wird gesungen, das Mittagsgebet auf deutsch, die Vesper auf Latein. Es ist ein Erlebnis, welches mir jetzt hier im Alltag sehr fehlt. Der Zusammenhalt, die Geborgenheit, das Gefühl der Zusammengehörigkeit … das „Du bist willkommen … egal wer du bist .. woher du kommst“ … das war alles da … vom ersten Gebet an.

Ich habe vor diesen Tagen im Kloster noch nie so viel Ruhe gespürt … gehabt … mich dran erfreut … und aufgetankt. Ich habe noch nicht mal wirklich über mich und meinen derzeitigen Zustand nachgedacht, aber dafür wollte ich ja auch nicht ins Kloster. Mein Wunsch war einfach nur Ruhe. Im Alltag finde ich diese so schwer.

Ich habe am zweiten Tag sofort neue Termine gemacht im Gästehaus bei der zuständigen Schwester … für den Juni und für Januar 2018. Und ich freue mich sehr darauf.

Ich habe viel gelesen, ich habe Geschicklichkeitsspiele gemacht, ich war jeden Tag mehrmals spazieren im Schnee auf dem Feld. Es war schön. Ich habe getankt.

Ich habe sympathische interessante Menschen getroffen und werde diese Menschen sicher auch wieder treffen.

Mein Fazit ist …. jederzeit wieder.

Ich kann das Kloster nur jedem Menschen empfehlen … aber nur dieses Kloster, andere kenne ich noch nicht …möchte ich aber kennen lernen.

Ich denke, dass ein Klosteraufenthalt Menschen helfen kann.

Mir hat er geholfen.

Petra20170115

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2 Gedanken zu “Im Kloster

  1. Liebe P.,
    Ich freue mich, dass Du einen Ort gefunden hast, an dem Du zur Ruhe kommen und Kraft tanken kannst. Klöster sind nicht nur Orte der Ruhe sondern auch Orte der Erkenntnisse nach denen man nicht gesucht, die man aber doch so sehr gebraucht hat. ❤
    Es grüßt von Herzen
    Suse

    Gefällt 2 Personen

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