Stell dir vor  …

du bist zu Hause, seit einem Jahr,  weil du wegen langer Krankheit aus einem Projekt rausgeschmissen wurdest. Du sitzt wie Falschgeld zu Hause und fühlst dich beschissen, weil du dich ungebraucht fühlst. Du bekommst vom Arbeitgeber einen Brief in dem dir angekündigt wird, dass du in 4 Monaten in Braunschweig  arbeiten sollst.

Du wohnst in Berlin,  du hast hier deinen Lebensmittelpunkt  .. hier wohnt deine Mutter,   um die du dich kümmerst,  du pflegst sie – offiziell  . Hier wohnen deine drei Kinder – eins davon schwerbehindert – du bist für deine Kinder da – du kannst dir überhaupt nicht  vorstellen,  dich nicht um sie zu kümmern  – es sind deine Kinder – dein eigen Fleisch und Blut.
Du wohnst mit deinem  Freund zusammen.  Du liebst ihn.  Berlin ist deine Heimat.

Und all das interessiert deinen Arbeitgeber nicht. Dein Gefühl.  Ein Widerspruch gegen Braunschweig wird an den Arbeitgeber geschickt.  Nichts passiert. Du lebst weiter – kümmerst  dich um Mama – um das schwerbehinderte Kind – um alles. Und du findest weiterhin keinen geeignetes Jobangebot.  Und dann flattert nach 10 Monaten ein weiterer Brief des Arbeitgebers mit dem Ziel Braunschweig ins Haus. Alles beginnt von vorne.  Die Aufregung  wird unerträglich.  Du machst einen weiteren Widerspruch  – hast vom ersten Widerspruch  nie etwas gehört in den letzten 10 Monaten.  Und wieder hörst du über 3 Monate nichts. Und in der ganzen Zeit versuchst du einen neuen Job an Land zu ziehen  und du lebst … für dich , deine Familie,  deinen Freund .  Und dann flattert ein Brief mit einer Einladung zum Amtsarzttermin ins Haus. Und du sitzt  4 Wochen später vor der Amtsärztin und sie weiß nicht wirklich was sie mit dir tun soll. Du erzählst deinen Ist-Zustand. Und dann wartest du wieder und wartest und wartest  … mit dem Wissen, dass  deinen Arbeitgeber die sozialen Komponenten deines Lebens eigentlich nicht  interessieren  und er nur will, dass du wieder arbeitest – egal wo, denn das ist dem Arbeitgeber egal. Und du wartest und wartest und wartest …

Und jetzt frag mich noch einmal wie es mir geht.

Petra20151109

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