Ostern

Was Ostern bedeutet  … es wäre schön, wenn das ein jeder Mensch für sich alleine entscheiden könnte.

Ich bin getauft und konfirmiert. Ich habe mich viele Jahrzehnte nicht mit dem Glauben … mit meinem Glauben … beschäftigt. Seit einiger Zeit tue ich das wieder und fühle mich wohl damit. Und ich hätte es gerne,  wenn  das alle Menschen tun würden. Das ist mein Wunsch. Ein großer Wunsch. Und das hat nichts mit Ostern zu tun.

Ostern verbinde ich mit vielen schönen Familienzusammenkünften,  mit Suchen im Garten und in der großen Wohnung,  mit Geborgenheit und Zusammengehörigkeit,  mit Miteinander und Verbundenheit.

Und weil das so sehr abhanden gekommen ist und ich nicht weiß, wann das passiert ist und wie und warum,  deshalb liege ich hier am Ostersonntag mit Tränen in den Augen auf dem Sofa. Und freue mich für alle Menschen, die an besonderen Tagen „in Familie machen“ können. 

Petra20170416

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Tumor

Es ist eingetroffen, wo vor ich mich schon länger ängstige.

Ein Satz, den ich in Verbindung mit meiner Person nie hören wollte.

„Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie …“

Ich tänzel noch ganz locker auf den Doktor zu, weil das scheint mir die beste Art mit diesem Satz umzugehen …

„Was ist denn die gute …?“

„Sie haben nicht das, weswegen Sie hierher geschickt wurden. “

„…“

„Sie haben einen Tumor in der Stirn, und wir haben hier einen Verdacht auf einen Infarkt im Kleinhirn. Bei der heutigen Untersuchung wurde nicht der ganze Kopf erfasst, deshalb müssen wir noch ein weiteres MRT für den ganzen Kopf machen. Dann können wir sehen, wie groß der Tumor in der Stirn ist und was im Kleinhirn passiert ist.“

HAMMER IN DIE FRESSE … BRUTAL AUF DIE 12.

So komme ich mir vor.

Und so komme ich mir einen Tag später immer noch vor.
Keine Ahnung, wie ich das „wegstecke“.

Petra20170308

Wenn dein Arzt dich gefühlt im Stich lässt …

… bzw die gesamte Praxis … also Arzt und Sprechstundenhilfen und Krankenschwestern. 

Oder auch warum frag ich nicht nach einer Woche nochmal nach … 
Am 28.11. gab ich den Konsiliarbericht beim Arzt meines Vertrauens ab und 2 Tage später den Antrag bei meiner Therapeutin … im festen Glauben, dass mein Arzt den Bericht an die Therapeutin weitergibt.
Und dann erstmal WARTEN angesagt. Die erste Therapie vor 2 Jahren hat vom Anntragsbeginn bis zur Bewilligung sage und schreibe 5 Monate gedauert. Mehr gefährdete Patienten hätten sich in dieser Zeit eventuell das Leben genommen. 

Zu meinem Glück bin ich nicht so gefährdet. Die Therapie brauche ich trotzdem sehr dringend. 

Jetzt waren gefühlt auch schon wieder 3 Monate rum. Nach Blick auf den Terminkalender sind es jetzt doch „nur“ 2,5 Monate. 

Heute rief mich dann meine Therapeutin zurück und meinte der Konsiliarbericht ist nicht bei ihr eingegangen. Großes Entsetzen bei mir. Sofort rief ich beim Hausarzt an … dort bei der Sprechstundenhilfe am Telefon Bedauern und Entschuldigen. Es wird nach dem Bericht gesucht … vielleicht sei er ja in einem großen Stapel verschwunden. 
Ich weiß nicht, ob ich heulen soll oder wütend sein soll. 
Traurig bin ich auf jeden Fall. 
Petra20170214 

Es dauert …

Vor über 3 Monaten gab ich meinen Antrag auf eine neue Therapie ab. 

Eine neue deswegen, weil die Diagnose anders als vor 2 Jahren lautet. 
Und was soll ich sagen … 

Ich weiß nicht wie lange ich es noch aushalte  …  wie lange ich meine Angst noch aushalte  … ich habe Angst vor der Angst und einem Zusammenbruch. 
Aber irgendwie scheint das egal zu sein … das ist mein Empfinden. 

Warum bekommt die Krankenkasse es nicht hin eine Therapie für die Diagnose Depression innerhalb kurzer Zeit bearbeiten und zu bewilligen.  
Ich verstehe das nicht. 

Ich habe verdammte ScheissAngst zusammenzubrechen.

Ich kann nicht mehr. 

Petra20170213 

Angst

Ich habe seit heute Ohrwummern.  

Ganz merkwürdig.

Und ich komme damit überhaupt nicht gut zurecht. 

Jetzt kam der Herzbube eben nach Hause und hat etwas erschrocken reagiert, als ich ihm davon erzählte. 

Seiner Bitte ins Krankenhaus zugehen, komme ich nachher nach. 

Er kommt mit und die Angst begleitet mich auch. 

Scheisse verdammte. Ich habe keine Kraft mehr.
Petra20170203 

Heute …

Die Angst hat mich erneut gefunden … und die Schmerzen auch. 

Wie gelähmt sitze ich hier und weiß nicht, wie es weitergehen kann. 
Ich weiß allerdings, dass ich keine Tabletten nehmen will. 

Ich weiß, dass ich reden will. Professionell.

Dank meiner Krankenkasse warte ich nun schon wieder bereits seit fast 3 Monaten auf die Bewilligung meiner zweiten Therapie. 
Petra20170131 

Im Kloster

Vom 10.Januar nachmittags bis 13.Januar morgens war ich im Kloster.
Es gibt verschiedene Gründe ins Kloster zu gehen …
Man hat dort zB beruflich zu tun, man will dort hin und da leben, man möchte eines der zahlreichen Angebote dort wahrnehmen – Ikonen-schreiben oder Ökumenische Seminare o.a. – oder man möchte dort schweigen oder man möchte einfach nur Ruhe und sich selbst kräftigen.

Frei nach dem Motto

„Alles kann – nichts muss“

Und genau die Ruhe und die Kraft waren meine Beweggründe.

Ich brauche Ruhe für mich.

In den letzten knapp 3 Jahren ist sehr vieles auf mich eingestürzt – für mich eingestürzt. Ich habe in meinem Leben erst zweimal eine Kur gemacht, eine Mutter-Kind-Kur in Clausthal-Zellerfeld … bei der ich das dreijährige Kind war, und im Alter von 12 Jahren habe ich meine asthmakranke Zwillingsschwester bei einer Klimakur auf Langeoog begleitet. Und da eine Kur nicht so einfach von heute auf morgen zu beantragen ist bzw genehmigt wird, habe ich überlegt wie und wo ich mir meine Ruhe „auf die Schnelle“ holen kann. Und ich bin zu keinem Ergebnis gekommen … mir fiel einfach nichts ein. Ich war schon ziemlich verzweifelt und wurde im Grunde genommen immer unglücklicher. Irgendwann habe ich durch Zufall einen Blogbeitrag gelesen, in dem eine junge Frau über ihren Klosteraufenthalt berichtete. Am Abend erzählte ich meinem Mann davon der sofort sagte „Ja mach das “ und er sagte im weiteren zu mir, dass sein Onkel mir bei der Auswahl des Klosters sicher helfen könne. Gesagt – getan. Der Onkel empfahl mir zwei Klöster und ich entschied mich nach kurzer Zeit für eins in der Nähe von Berlin. Im September 2016 war das und ich machte Nägel mit Köpfen und rief dort gleich an. Anrufbeantworter. Schade … naja ich habe keine Scheu vor solchen Maschinen, also bat ich um Rückruf. Der kam auch ziemlich schnell nach einer Stunde. Einen freien Termin zu finden … das war die nächste Hürde. Ich musste noch 4 Monate warten … bis Januar.

Und da war ich nun.
Alles so ganz anders wie man sich das vorstellen könnte. Also ich wusste über ein Kloster nur das, was ich aus den Medien oder irgendwelchen historischen Schinken oder Mantel- und Degenfilmen kannte. Das typische halt … aber das muss ich hier ja nicht aufschreiben.

Das Kloster ist ein umgebauter Gutshof. Im alten Gutshaus befindet sich die Pforte. Es schließen sich die Räume der Schwestern an und rechts ist die alte Remise. Diese wurde zum Gotteshaus umgebaut. Sehr schön umgebaut. Links sind die Gästehäuser und die Tagesräume und die Klausur. Ein schönes altes einfaches Gelände .. und ich meine wirklich alt … es ist eine sehr schöne Stimmung dort. Auf neudeutschamerikanisch würde man sagen “ Die Vibes stimmen „. Ich kam an und parkte mein Auto und dann stand ich erstmal etwas verloren da. Nach ein paar Minuten ging ich in Richtung Pforte und sah mich um und noch ein paar Minuten später stand eine Schwester vor mir. Sie brachte mich in mein Zimmer und zeigte mir alles.

Ich will jetzt hier gar nicht alles minutiös beschreiben. Nur ein paar Eindrücke …

Ich habe mich sofort aufgehoben und geborgen gefühlt.
Ich bin in den paar Tagen zu jedem Mittagsgebet um 12.15 Uhr gegangen und zur Vesper um 17.30 Uhr. Ich habe um 8.15 Uhr gefrühstückt und um 11.40 Uhr zu Mittag gegessen und um ca. 18 Uhr Abendbrot gegessen. Die Laudes um & Uhr und die Eucharistiefeier um 7.30 Uhr habe ich jeden Tag verschlafen und die Komplet und die Vigilien habe ich auch ausgelassen.

Was mir sehr gut gefallen und vor allem gut getan hat, war der Rahmen … die Struktur … dass alles seine Zeit hat … die festen Gebetszeiten … die festen Essenszeiten.

Ich habe vorher noch nie Kontakt zu Schwestern in einem Benediktinerinnenkloster gehabt. Ich habe vorher noch nie einen Gottesdienst mit Benediktinerinnen erlebt.

Es war wundervoll. Der Gottesdienst wird gesungen, das Mittagsgebet auf deutsch, die Vesper auf Latein. Es ist ein Erlebnis, welches mir jetzt hier im Alltag sehr fehlt. Der Zusammenhalt, die Geborgenheit, das Gefühl der Zusammengehörigkeit … das „Du bist willkommen … egal wer du bist .. woher du kommst“ … das war alles da … vom ersten Gebet an.

Ich habe vor diesen Tagen im Kloster noch nie so viel Ruhe gespürt … gehabt … mich dran erfreut … und aufgetankt. Ich habe noch nicht mal wirklich über mich und meinen derzeitigen Zustand nachgedacht, aber dafür wollte ich ja auch nicht ins Kloster. Mein Wunsch war einfach nur Ruhe. Im Alltag finde ich diese so schwer.

Ich habe am zweiten Tag sofort neue Termine gemacht im Gästehaus bei der zuständigen Schwester … für den Juni und für Januar 2018. Und ich freue mich sehr darauf.

Ich habe viel gelesen, ich habe Geschicklichkeitsspiele gemacht, ich war jeden Tag mehrmals spazieren im Schnee auf dem Feld. Es war schön. Ich habe getankt.

Ich habe sympathische interessante Menschen getroffen und werde diese Menschen sicher auch wieder treffen.

Mein Fazit ist …. jederzeit wieder.

Ich kann das Kloster nur jedem Menschen empfehlen … aber nur dieses Kloster, andere kenne ich noch nicht …möchte ich aber kennen lernen.

Ich denke, dass ein Klosteraufenthalt Menschen helfen kann.

Mir hat er geholfen.

Petra20170115

Das Treffen 

Heute morgen beim Orthopäden meines momentanen Vertrauens … biege ich um die Ecke und wer sitzt da?  

Meine Patentante, die ich in den letzten 3 Jahren vielleicht höchstens 3x gesehen habe, obwohl sie nicht mal 10 Minuten mit dem Fahrrad entfernt wohnt. 

Meine Patentante, die auch gleichzeitig die einzige Freundin meiner Mama ist. 
Und das ist dann in  Ansätzen auch schon fast eine Erklärung dafür, dass ich den Kontakt zu meiner Patentante Inge abgebrochen hatte. 

Meine Mama.  Meine Mama, die im Laufe der letzten 3 Jahre so sehr abbaut und deshalb gerne mal die eine oder andere Begebenheit vergisst oder verändert und nicht 1:1 weiter erzählt bzw wiedergibt.  
Und damit liegt die Schuld des NICHT-Kontaktes zwischen Inge und mir auf beiden Seiten … sofern man überhaupt von Schuld reden kann. 
Ing und ich hätten doch einfach mal bei der anderen nachfragen sollen bzw sich beide Seiten anhören sollen. 

Nun ja … Inge und ich haben heute mal kurz fast 2 Stunden zusammen gesessen und erzählt … auf meiner Seite mit viel Tränen. 

Ich habe ganz neue Dinge über meine Mama erfahren  … Dinge, die Mama immer etwas anders erzählt hat als Inge heute. 

Ich weiß, dass ich Mama nicht darauf ansprechen brauche  … sie wird sich von mir angegriffen fühlen und sagen, dass ich ihr nicht immer Vorwürfe machen soll. Dabei würde ich sie einfach nur darauf ansprechen wollen warum zwischen ihr und Inges Schilderungen einige Unterschiede bestehen. Entscheidende Unterschiede. 

Inge meinte ich solle mich in Geduld mit Mama üben. 
Petra20161114 

Viele Worte und doch ohne Worte …

​Wenn mein Arbeitgeber mir eine Anhörung zur Zuweisung für Anfang Dezember zuschickt und dieser Brief am 16.09.2016 in meinem Briefkasten landet und die Antwortfrist mit dem Zusatz 

“ … antworten Sie bis 28.09.2016 – auch im Krankheitsfall – … “ daherkommt, dann empfinde ich das als Druck. 

Und ich frage mich erneut was mein Arbeitgeber davon hat, wenn er seine Mitarbeiter unmenschlich behandelt und soziale Komponenten nicht beachtet werden.  
Abscheulich. 
Dieser Arbeitgeber gehört an den Pranger .
Jahrzehntelang werden die Mitarbeiter verbeamtet.Sind später Landesbeamte – noch später Bundesbeamte – und dann irgendwann fällt irgendjemandem auf, dass Beamte teuer sind. Und dann fängt still und heimlich im Hintergrund eine Maschinerie zu mahlen an – ein Mahlwerk für Beamte – zum Zermürben und Fertigmachen. Und dann gibt’s irgendwann mal die Möglichkeit in andere Bundesbehörden oder Landesbehörden per Abordnung oder später auch Versetzung zu wechseln. Aber die Beamten, die aus der Abordnung zurück in den Mutterkonzern kommen, können nicht in ihre bisherige Abteilung zurück, sondern werden in einer Extra-Abteilung  „betreut“. Die Abteilung hat diese „Betreuung“ auch während der Abordnung. Diese Betreuung ist in meinem Fall VON ARSCH. Die Betreuer, die ich seit Sommer 2010 kennenlernen musste, sind – bis auf den letzten Betreuer – nicht kompetent. Sie waren sensibel wie sehr grobes Schleifpapier auf einer Babyhaut. Meines Empfindens nach ungeeignet für den Umgang mit Menschen. Das meine ich ernst. Und von den „oberen“ Etagen im Konzern, die sich irgendwann dieses gesamte Konstrukt mit den Beamten und Abordnung und Betreuung ausgedacht haben, von denen hat niemand diese zermürbenden Briefe erhalten und Ereignisse erlebt, die viele Beamten in den letzten Jahren hatten. 

Alles am grünen Tisch ausgedacht. 
Und ich? Ich bin fertig und im gewissen Sinne kaputt. Dabei möchte ich einfach nur arbeiten … in Berlin. Nicht irgendwo in Deutschland. Meinen Möglichkeiten entsprechend eingesetzt – nicht irgendwo im Pförtnerhäuschen eine Schranke bedienen oder irgendwo Kaffee kochen oder Akten in den Keller schleppen. 

Denn dafür habe ich nicht gelernt in den letzten 35 Jahren Arbeit für ein und dieselbe Firma. Und für etliche „Jobangebote“ kann ich wegen meiner Gendefekte nicht eingesetzt werden. 
Und der Rest von Deutschland ist auch nicht passend, wenn ich in meiner Heimatstadt Berlin meine Mutter pflege und meine 100% schwerbehinderte Tochter betreue. 
Aber diese sozialen Komponenten scheinen meinen Arbeitgeber nicht zu interessieren.  
Und ich ? 
Was mache ich ?

Ich bin in meinen Möglichkeiten für alle da und das gerne. 
Und zwischendurch verzweifele ich und habe Angst vor meinem nächsten Zusammenbruch.  

Aussichten.
Petrs20160922

Tod

Wenn langjährige Freunde sterben …

Es trifft mich sehr. Lutz ist tot. 

Ich weiß noch nicht mal, wie er gestorben ist. Was ich bisher weiß  … er ist zu Hause gestorben vor ca 10 Tagen. Mehr weiß ich nicht.  

Es macht mich unbeschreiblich traurig. In letzter Zeit habe ich öfter an ihn gedacht … und weiß gar nicht warum gerade jetzt …

Am 18.Oktober wird er 70 … wow

70 Jahre jung … so alt kam er mir nie vor. Er hätte mein Vater sein können. Wir haben uns immer sehr gut verstanden. Da war nie ein böses Wort zwischen uns. Wir hatten jetzt doch schon lange keinen Kontakt mehr … nur über Facebook geschrieben … aber schon lange nicht mehr gesehen.  Lange.  

Zu lange. Jetzt ist es zu spät.  

Lutz – du warst so ein lieber Kerl.

Ein Kerl zum gernehaben. Ein Mensch, den man nicht gehen lassen möchte. Humor. Offene Ohren. Viel Humor.  Ein offenes Lachen. Einen lustigen Dialekt.  

Wie gerne hätte ich dir nächsten Monat wieder mal zum Geburtstag gratuliert.

Machs gut LutziPutzi  ❤

20160902Petra